Vortrag über „Tattoo-Supplies und die Selbstkontrolle des Tätowierer-Marktes

Auf der 3. Tattoo-Tagung in Bochum, zu der ich bereits in einem älteren Beitrag etwas geschrieben hatte, war ich auch mit einem Vortrag zum obigen Thema vorgesehen. Leider musste ich diesen Vortrag zwar eine halbe Stunde vor Beginn kurzfristig absagen. Freund und Kollege, Urban Slamal, hielt ihn allerdings für mich in Vertretung, sodass meine Botschaften dennoch Gehör fanden.

Für diejenigen, die es interessiert, möchte ich den Vortrag in zusammengefasster Version auch hier veröffentlichen.

WICHTIG: Der Vortrag diente dazu allgemein über die Arbeit eines Tattoo-Supplies zu berichten. Die Tätowierer oder anderen Marktteilnehmer unter Euch, die diesen Beitrag lesen sollten bitte beachten, dass ich ich nur oberflächig zu den entsprechenden Themen äußern konnte. Ich hätte gern noch viel weiter ausgeholt.

Zu Beginn des Vortrages erläuterte ich die Bedeutung meines gewählten Vortragstitels. Anhand des Vortrages möchte ich vor allem den Medizinern die Arbeit eines Tattoosupplies etwas näher bringen. Den Tätowierern und Tattoomarkt-Teilnehmern möchte ich ein paar detaillierte Einblicke in die Arbeit Ihrer deutschen Tattoo-Supplies geben.

Die Ausgangssituation bzw. Basis ist die unzureichende Regulierung des Vertriebes / Importes. Es kann nahezu alles importiert und vertrieben werden, was es international an Tattoobedarf gibt.

Dadurch geraten minderwertige und verunreinigte Produkte auf den Markt, was nachteilig für die Gesundheit des Verbrauchers ist.

  • unsterile Griffstücke
  • keine Haut- und Händedesinfektion
  • bei erstmaliger Verwendung ist das höchst riskant – bei mehrmaliger (Stichwort Kreuzkontamination) noch um ein Vielfaches riskanter

Des Weiteren werden nicht zugelassene bzw. verkehrsfähige Produkte vertrieben. Es gibt Supplies, die entsprechende Produkte einfach mit entsprechenden Hinweisen versehen, dass diese Produkte nicht zum Tätowieren geeignet sind. Verkaufen sie aber dennoch mit dem Wissen, dass die Kunden diese Produkte natürlich genau aus diesem Zweck bspw. eine Tätowierfarbe kaufen.

Es wird Zeit sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen um entsprechende Importverbote zu erlangen. Diese gibt es in anderen Märkten auch.

Ich bin mir bewusst, dass es Produkte gibt, welche für die EU oder Deutschland nicht zugelassen sind und dennoch bessere Eigenschaften aufweisen. Aber Gesetz ist Gesetz. Und um als Vertrieb seine Kunden (Tätowierer) vor bspw. Regressansprüchen seitens des Gesundheitsamtes oder vor allem die Tattookunden vor verunreinigten Produkten zu schützen, sollten deutsche Supplies auch nur in Deutschland zugelassene Produkte vertreiben.

Das wichtigste hierbei ist jedoch die maximale Sicherheit für den Tattookunden. Und damit sollten weder Supplies noch Tätowierer Roulette spielen.

Anschließend klärte ich das Publikum, vor allem die Mediziner, über die rechtlichen Grundlagen auf, die die Zulassung von Tattoofarben derzeit regulieren.

Dazu zählen Zweck und Funktion des BVL, die EU-Resolution ResAP (2008) 1und die Tätowiermittelverordnung.

Wie ein Rückruf einer Tattoofarbe abläuft habe ich im Anschluß erläutert.

ACHTUNG! Auch die Gesundheitsämter können labortechnische Tests unterschiedlich durchführen, da es dafür keine definierten Standards gibt. Daher ist jedem Tätowierer dringendst geraten, eine zweite Gegenproben der identischen Farbe einzubehalten falls es Probleme mit dem Gesundheitsamt gibt. In diesem Fall kann man nämlich seine Gegenprobe zum Vergleich durch ein anderes Institut labortechnisch untersuchen lassen.

Ein regelmäßiger Blick in den Rapex kann nie schaden. Denn manchmal sind dort Chargen von betroffenen Farben gelistet zu denen es seitens des Vertriebes oder des Herstellers noch keinen Rückruf gibt.

Die folgenden Folien sind selbst erklärend, da sie ausschließlich aus Text bestehen.

Zu guter Letzt mein abschließender Apell an die anwesenden Tätowierer.
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Gordon Lickefett

Gordon Lickefett

Gebürtig aus einem kleinen Dorf des schönen Spreewaldes lebe ich derzeit in Berlin und bin 34 Jahre alt. Ich bin Geschäftsführer bei Tattoosafe (www.tattoosafe.de), TattooSoul (www.tattoosoul.de), Gründungsmitglied des Bundesverbandes Tattoo e.V. und beschäftige mich mit viel Engagement, Herz und Seele mit allen Aspekten des Tattoomarktes. Wer weiteres wissen möchte, schreibt mich einfach an.

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